Freitag, 11. April 2014

Noch schnell ein Orangenkuchen...








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Irgendwann kommt der Tag, an dem Ihnen schmerzlich bewusst wird, dass das Ende naht. Sie kommen vom Einkauf zurück, holen die Orangen aus dem Korb, schneiden die Früchte auf und stellen fest... das war’s! Die Saison ist vorüber. Die leuchtenden Farben, sonst irgendwo zwischen Orange, Pink und Dunkelrot, wirken müde und blass. Das Fruchtfleisch ist trocken, der Geschmack fad. Kein Saft, keine Kraft!

Spätestens, aber wirklich allerspätestens dann, sollten Sie diesen Kuchen gebacken haben. Besser gewesen wäre, schon vorher, wenn die Früchte was taugen, doch jetzt noch schnell in der letzten Sekunde durch den Türspalt huschen geht auch. Verbrauchen Sie die müden Orangen bevor sie in der Obstschale verrotten und erweisen Sie ihnen die Ehre dieses Kuchens...

  • 3 Eier
  • 200 g Zucker
  • 250 g Mehl
  • ½ TL Backpulver
  • ¼ TL Natron
  • ¼ TL Salz
  • 150 ml frisch gepresster Orangensaft
  • 150 ml Olivenöl
  • 1 EL Orangenlikör
  • Orangenabrieb von drei Bioorangen

Für die Glasur...
  • 1 EL Zitronensaft
  • ungefähr 80 g Staubzucker



Zubereitung...

1 Backrohr auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

2 Eine Kastenform ausbuttern. Einen Bogen Backpapier so zuschneiden, dass Sie die Kastenform damit auslegen können und das Papier an den Längsseiten noch übersteht.

3 Das Mehl sieben und mit Salz, Backpulver und Natron mischen.

4 Orangen mit warmem Wasser abwaschen und die Schale abreiben. Arbeiten Sie sorgfältig und vergeuden Sie nichts. Sie brauchen mindestens einen Esslöffel Schalenabrieb. Darin sitzt der ganze Geschmack des Kuchens.

5 Anschließend die Orangen auspressen und 150 ml davon abmessen. Den Saft mit dem Orangenlikör mischen.

6 Die Eier mit der Küchenmaschine leicht schaumig aufschlagen. Dann unter ständigem Rühren den Zucker langsam einrieseln lassen. Anschließend noch mindesten 5 Minuten weiterrühren bis die Eimasse sehr steif und fast weiß ist.

7 Orangenabrieb einrühren.

8 Abwechselnd die Mehlmischung und den Orangensaft untermischen, ein Teil Mehl, ein Teil Flüssigkeit. Arbeiten Sie jedoch zügig, in drei oder vier Etappen und rühren Sie gerade soviel, dass sich die Zutaten verbinden, da die Luft sonst wieder entweicht, die Sie zuvor mühsam in die Ei-Zuckermischung eingeschlagen haben.

9 Erst ganz zum Schluss das Olivenöl per Hand unterheben. Besonders hochwertige Olivenöle können nämlich beim Rühren mit einem elektrischen Mixer bitter werden. Wenn Sie sicher wissen, dass Ihr Olivenöl sich geschmacklich nicht verändert, können Sie es auch gemeinsam mit dem Orangensaft einrühren.

10 Die Masse in die Kastenform füllen und sofort in den Ofen schieben. Der Teig duldet keine Stehzeiten.

11 Im vorgeheizten Rohr ca. 55-65 Minuten backen. Nach ungefähr 40 Minuten die Temperatur auf 160 Grad reduzieren und falls notwendig das Papier einschlagen, damit der Kuchen nicht zu dunkel wird. Vor dem Entnehmen die Stäbchenprobe machen und prüfen, ob der Kuchen durchgebacken ist. Vor dem Glasieren auskühlen lassen.

12 Glasur... Einen Esslöffel Orangensaft mit soviel Staubzucker verrühren, sodass eine dicke und gerade noch streichfähige Paste entsteht. Diese in die Ecke eines Plastikbeutels füllen, oben zudrehen und mit der Schere die Spitze der Ecke abschneiden. Die entstehende Öffnung sollte nicht größer wie einen Millimeter sein. Den Kuchen damit verzieren und die Glasur mindestens eine Viertelstunde trocknen lassen.





Adieu, ihr lieben Zitrusfrüchte, bis zum nächsten Jahr...


Links...
Einen ganz ähnlichen Kuchen und zusätzliche Informationen über die Kunst des Rührteigs hat erst vor kurzem Miss Boulette hier (klick) gepostet.


Recipe in English...


Orange Cake

It's time to say good bye to the last citrus fruits. The sason is nearly over now. Honour them with this fantastic and simple cake...

  • 3 eggs 
  • 200 g of sugar 
  • 250 g of flour 
  • ½ tsp baking powder 
  • ¼ tsp bicarbonate of soda 
  • ¼ tsp salt 
  • 150 ml freshly squeezed orange juice 
  • 150 ml olive oil 
  • 1 tablespoon orange liqueur 
  • Orange zest of three Bioorangen 


For the icing

  • 1 tablespoon lemon juice 
  • about 80 g icing sugar


1 Preaheat the oven to 180 degrees Celcius (no fan).

2 Line a loaf pan with baking paper.

3 Mix the flour with salt, baking powder and baking soda .

4 Wash the oranges with warm water and zest them. Work carefully and do not waste anything. You need at least a tablespoon of fine orange zest. All the flavour of the cake is in it.

5 Then squeeze the oranges and measure out 150 ml of it. Mix the juice with the orange liqueur .

6 Whisk the eggs with the food processor slightly frothy. Then sprinkle in the sugar slowly, stirring constantly. Then continue to stir at least 5 minutes until the egg mixture is very stiff and almost white.

7 Stir in the orange zest.

8 Stir in the flour mixture and orange juice, one part flour, one part liquid. Work quickly, in three or four stages and stir just enough to combine the ingredients.

9 At the very end, fold in the olive oil by hand. Sometimes high-quality olive oils can in fact be bitter when stirred with an electric mixer . If you are sure that your olive oil does not change its flavour, you can also stir it together with the orange juice.

10 Pour the mixture into a loaf pan lined with baking paper and put into the oven immediately.

11 Bake for about 55-65 minutes in the preheated oven. After about 40 minutes reduce the temperature to 160 degrees. Leave to cool before glazing.

12 Icing ... mix a tablespoon of orange juice with as much icing sugar, so that a thick and just barely spreadable paste. Fill it in the corner of a plastic bag and twist it. Cut with a scissors the top of the corner. The opening should not be larger than one millimeter. Decorate the cake and let the glaze dry for at least a quarter of an hour.


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Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii

Donnerstag, 27. März 2014

Marillenblütenregen und Wachauer Laberl

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Letzte Woche ruft mich der Herr Ziii vom Büro aus an und meint: "Die Wachau steht in voller Marillenblüte! Fahr' ma hin?" Freilich blühen die Marillen nicht, sondern nur die Bäume, weiß ich eh, aber egal, schön zum Anschauen ist sie jedenfalls, die Marillenbaumblüte mit ihren spektakulären, rosa Wuscheln. Grundsätzlich bin ich auch ein großer Freund der Natur und ihrer gewaltigen Schauspiele, aber gewundert hat mich, was denn der Herr Ziii damit zu schaffen hat... und die Lösung war simpel, wie halt Männer oft gestrickt sind ;-)... an jenem Tag hat sich bei einem österreichischen Radiosender eine Hörerin per Telefon gemeldet, die offensichtlich gerade auf dem Weg durch die Wachau war. Im Blütenrausch und mit orgastischem Verzücken setzte sie Österreich via Radio darüber in Kenntnis, dass in der Wachau eben gerade jetzt die Marillen blühen und das der helle Wahnsinn sei. Der Radiosender, ganz auf lustig, hat die euphorische Ansprache der sinnenstaumeligen Dame noch Stunden dananch immer wieder eingespielt, als 'Das Wichtigste zum Tag', was zur Folge hatte, dass am Samstag darauf halb Österreich in die Wachau pilgerte, ganz so wie in der berühmten Filmszene aus 'Harry met Sally' ..."Wir hätten bitte gerne das Gleiche, was die Dame da drüben hatte." Ja, und der Herr Ziii hat es ebenfalls gehört, das Wichtigste zum Tag, und wenn er auch sonst nicht der Naturbursch ist, wollte er stande pede hin... einfach so, zwegens dem Vergnügen.

Wir haben uns dann auf den Sonntag geeinigt und das nicht ohne Grund. Der Wetterbericht kündigte für den Samstag frühlingshafte Temperaturen an und einen strahlend blauem Himmel, für den Sonntag jedoch einen Temperatursturz, dicht bewölkt und zeitweise Regen. Weil Marillenblüten von Natur aus schon kitschig sind und nicht noch extra einen blauen Himmel brauchen, entschied ich mich, ganz Fotografin, für den Sonntag. Sowieo bin ich ein Regentyp. Ein bisserl verregnete Landschaften im sanften Nebel finde ich grundsätzlich stimmungsvoller... von mir aus auch romantischer... was zum geplanten Abenteuer auch eindeutig besser passte.


Für alle Leser, die nicht wissen, wovon ich hier rede, ein paar Informationen in aller Kürze... als Wachau wird das Tal zwischen den beiden österreichischen Städten Melk und Krems bezeichnet. Die Landschaft ist geprägt vom Donaustrom und den sanften Hügeln, die sich dort zu seiner linken erheben. Aufgrund des fruchtbaren Bodens und der besonderen klimatischen Bedingungen, wurden das Tal und die Südhänge schon seit jeher landwirtschaftlich genutzt. Im Vordergrund standen dabei immer der Wein- und Obstanbau und vor allem die Marillen finden in dieser Gegend besonders günstige Vorraussetzungen. Es entstand eine ausgeprägte Kulturlandschaft. Weingärten und Steinmauern bestimmen heute das Bild. Das Gebiet wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der schönste Teil der Wachau befindet sich zwischen den Ortschaften Spitz und Dürnstein. Erstere wurde in den 60-er Jahren durch den österreichischen Spielfilm 'Mariandl' berühmt. Letztere ist das Eintrittstor der Wiener in die Wachau, weil weiter östlich, und dort befindet sich auch der Wiener liebstes Standesamt, sagt man. Knapp eine Stunde braucht es von Wien aus, um mit dem Auto in die Wachau zu kommen. Außerdem gibt es regelmäßige Schiffsverbindungen. Obgleich die Wachau mittlerweile vom Tourismus geprägt ist, ist sie allemal einen Ausflug wert, besonders dann, wenn sie in voller Blüte steht...





Kulinarisch gesehen ist vor allem der Weinbau von Bedeutung und ein Marillenknödel schmeckt angeblich nur mit Wachauer Marillen so, wie er schmecken sollte. Darüberhinaus gibt es aber auch noch das Wachauer Laberl, welches sich vor allem in Wien großer Beliebtheit erfreut. Erfunden wurde es von einem Bäcker aus Dürnstein, dem Schmidl, in dessen Geschäft noch heute das Gebäck nach altem (geheimen) Rezept von Hand produziert wird. Wer einmal schon ein Wachauer Laberl vom Schmidl gegessen hat, weiß, dass das seinige nicht jenem gleicht, das in den Wiener Bäckereien verkauft wird. Die Wiener haben sozusagen eine eigene Variante davon entwickelt. Dieses enthält einen größeren Anteil an Roggenmehl, ist daher dunkler und wird fast immer mit Kümmel gewürzt. So habe ich es vor vielen Jahren kennen gelernt. Ein echtes Wachauer vom Schmidl kommt ohne Kümmel daher und ist heller, fast schon wie eine Semmel. Auch vom Aussehen, mit dem gedrehten, nach oben zeigendem Schluss, erinnert es ein bisserl an eine schlampert geschlagene Semmel. Ich behaupte jetzt mal ganz frech, dass der Schmidl eigentlich eine solche backen wollte, das Projekt aber ein bisserl in die Hosen gegangen ist. Ein Wiener, der dies sah, hat sich daraufhin hämisch vergnügt und das Wachauer Laberl geboren... meine Version der G'schicht, wie gesagt!

Die Qualität des Gebäcks beim Schmidl ist übrigens ausgezeichnet, aber ein Originalrezept habe ich natürlich keines... ist ja geheim... und weil ich nicht so die erfahrene Brotbäckerin bin, macht es auch keinen Sinn ein eigenes zu entwickeln. Gefunden habe ich dafür ein Wiener Rezept für Wachauer Laberl, so wie diese eben hier gebacken werden, mit mehr Roggenmehl und Kümmel drin. Das Rezept stammt von der Familie Ströck, einer eingesessenen Wiener Bäckerfamilie. Überarbeitet wurde es schon einmal vom Lutz, dem Backprofi vom Plötzblog, mit weniger Germ und längeren Gehzeiten. Ich habe den goldenen Mittelweg gewählt und es so gemacht...

Vorteig...

  • 100 g glattes Mehl (in Deutschland Type 550)
  • 70 ml kühles Wasser
  • 2,5 g Germ

Hauptteig...

  • 600 g glattes Mehl (in Deutschland Type 550)
  • 150 g Roggenmehl 960 (in Deutschland 997 oder 1150)
  • 20 g Salz - hier habe ich wesentlich mehr verwendet
  • 1 EL grob gemahlener Kümmel - mit dem Mörser gestoßen
  • 400 ml kühles Wasser
  • 10 g frischer Germ
  • 20 g Gerstenmalz - hier habe ich ebenfalls die Menge erhöht
  • 20 ml Öl

1 Für den Vorteig den Germ im Wasser auflösen und mit dem Mehl vermischen. Mit einem feuchten Tuch abdecken und zwei Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen. Dann in den Kühlschrank stellen und über Nacht, ungefähr 15 Stunden weiter entwickeln.

2 Für den Hauptteig alle trockenen Zutaten in eine Rührschüssel geben und vermengen und den Vorteig dazu geben. Den Germ im Wasser auflösen, das Öl dazu geben und das Gerstenmalz. Alles in die Schüssel mit den trockenen Zutaten leeren.

3 Mit der Küchenmaschine ungefähr zehn Minuten auf mittlerer Stufe kneten, bis der Teig schön glatt ist. Es geht natürlich auch mit der Hand, aber da müssen Sie ordentlich zupacken, den der Teig ist sehr fest.

4 Anschließend mit einem feuchten Tuch abdecken und an einem warmen Ort ohne Zug ungefähr 1,5 Stunden gehen lassen. Nach den ersten dreißig Minuten noch einmal kurz durchkneten. Der Teig sollte sich nach dieser Zeit mindestens verdoppelt haben.

5 Den Teig zu einer dicken Rolle formen und in 16 gleich große Stücke teilen. Zuerst halbieren, dann vierteln, etc..

6 Die Stücke etwas flach drücken und dann mit der Hand zur Kugel formen, indem der Teig sternförmig zur Mitte hin gezogen wird. Mit dem Schluss nach unten in Roggenmehl setzen, abklopfen und mit dem Schluss nach UNTEN! auf ein Backblech geben. Abstand halten, denn die Laberl gehen noch auf.

7 Mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort ohne Zug noch mindestens eine weitere Stunde gehen lassen. Es kann aber auch mehr sein, je nach dem wie wohl sich der Teig an seinem Ort fühlt. Die Laberl sollten sich verdoppeln.

8 Kurz vor dem Backen die Teigstücke umdrehen. Vorsichtig, damit der Teig nicht wieder zusammenfällt. Dann noch mal eine Viertel Stunde gehen lassen.

9 Im wirklich gut vorgeheizten Backrohr bei 240 Grad fallend auf 200 Grad mit Dampf backen.


...schreibt der Lutz. Selig sind die, die so ein neumodisches Kombibackrohr haben. Ich leider nicht. Darum wird die Kruste bei meinen Laberln auch nicht so, wie sie sollte. Obwohl ich nach dem Einschieben vom Blech eine Tasse Wasser auf den Boden des Backrohrs schütte und außerdem nach zehn Minuten die Tür kurz aufreiße und mit der Sprühflasche alles anfeuchte, wird sie immer ein bisserl stumpf und nicht so schön knusprig und splittrig, wie ich sie gerne hätte. Mein neues Küchenprojekt heißt daher Kombi-Backofen!

Am besten schmecken mir die Laberl übrigens, lauwarm, mit leicht gesalzener Butter zu einer Kartoffelsuppe, im Garten, mit Blick auf die Steinmauern... oder auch der da...





Der oben erwähnten Dame bin ich im Übrigen außerordentlich dankbar für ihren Anruf. Sonst hätte sich der Herr Ziii nie vom Büro aus gemeldet und gerufen: "Die Wachau steht in voller Marillenblüte!", was mit Sicherheit die wichtigste Meldung zum Tag war, ihr Ahnungslosen vom Radio ;-)

Weiterführende Links...
Das Ströck-Rezept finden Sie unter diesem Link. Zum Plötzblog geht es hier entlang.



Recipe in English...

Wachauer Bread Rolls

Last weekend Mr Ziii and I jaunted to the Wachau. This is an Austrian Valley shaped by the Danube river with an extensive hilly landscape on its left side. It is inscribed in the UNESCO List of Heritage Sites and characterized by agricultur, especially winegrowing and fruit cultivation. The valley is famous for its apricots and now it is the time when the trees are blooming. Thousands and millions of pink blossoms spread over the vineyards. The most beautiful part of the Wachau begins at Dürnstein, a small medieval village on a hill. It can be reached by car within one hour from Vienna. If you will ever come there, go to the bakery Schmidl and grap some 'Wachauer Laberl', a kind of traditional bread rolls spiced with caraway seeds. Meanwhile you can make them by your own. Here's the recipe...

poolish...

  • 100 g al purpose flour 
  • 70 ml of cool water 
  • 2.5 g fresh yeast 


rolls...

  • 600 g all purpose flour 
  • 150 g rye flour 
  • 20 g salt
  • 1 tablespoon coarsely ground caraway seeds (in a mortar)
  • 400 ml of cool water 
  • 10 g fresh Germ 
  • 20 g barley malt 
  • 20 ml oil


1 Dissolve yeast in the water and mix with the flour. Cover with a damp cloth and let rise at room temperature for about two hours. Then place in the fridge overnight, about 15 hours.

2 Put all the dry ingredients in a big bowl and mix well. Dissolve the yeast in the water, add oil and malt. Add all wet ingredients into the bowl with the dry ones.

3 Knead the dough for about ten minutes at medium speed.

4 Cover with a damp cloth and let rise in a warm place about 1.5 hours. After the first thirty minutes knead again briefly. At the end the dough should have doubled in size.

5 Form the dough into a thick roll and divide into 16 equal pieces. Cut in half, then into quarters...

6 Make them flat a little bit and then shape a ball with your hands.  Set in rye flour seam side down. Then place on a baking sheet, seam side down (!).

7 Cover the rolls with a clean dish towel and let rise in a warm place until dobled in size. This will take about 1.5 hours, but can last longer, depending on the place you choose.

8 Turn the rolls carefully before baking, seam side up now, and leave again for fifteen minutes.

9 Bake in the pre-heated (!) oven at 240° Cesius falling to 200 degrees with steam.


By the way... the best way to eat Wachauer Rolls is with lightly salted butter and creamy potatoe soup, overviewing the vineyards and apricot trees ;-)


Greetings from Vienna, yours truly Mrs Ziii


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Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii

Donnerstag, 20. März 2014

Belugalinsen mit Honig-Senfdressing, Rosinen, Spinat und Grapefruits

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Sie haben es vielleicht schon bemerkt... ich steh' auf Salat. Nebst Suppen und Süßspeisen gehören Salate in der Küche zu meinen liebsten Kindern. Verwunderlich, dass es auf meinem Blog nicht mehr Rezepte zu diesem Thema gibt. Darum habe ich mir für heuer vorgenommen der Sache etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

In der Wiener Küche hat Salat leider keinen großen Stellenwert. Abgetan als Nebensächlichkeit, fristet er ein bedeutungsloses Dasein als Beilage zu allerlei Paniertem. Und was da dann in den Schüsseln als 'Gemischter Salat' daher kommt, ist oft ein trauriger Anblick. Er ist ein ungeliebtes Kind. Höchstens noch der klassische Erdäpfelsalat lässt das Wienerherz jubilieren, aber selten einer weiß heutzutage, wie ein solcher zubereitet gehört. Die Konkurrenz von Pommes und Ketchup ist bereits allgegenwärtig.

Dabei kann er so viel mehr sein. Ich mag ihn vor allem als Hauptgericht und verneige mich vor jedem Koch, der mir einen ordentlichen Salat auf den Tisch stellt. Die Kunst seiner Zubereitung ist nämlich eine sehr unterschätzte und weil er ja oft nur schnödes Beiwerk ist, wird auch noch gespart, sowohl an Zeit, als auch bei der Qualität der Zutaten. Das ist fatal, tut ihm nicht gut und hilft dem Ärmsten nicht weiter.

Als Hauptspeise sollte ein Salat gewisse Anforderungen erfüllen, meine ich, und vor allem sollte er natürlich sättigen. Die Zutaten müssen auch nicht notwendiger Weise roh sein. Ich bin ja keine Kuh und meine Verdauung verträgt nur ein gewisses Maß an kaltem, rohem Grünzeug. Ich mag gerne was Warmes in meinem Bauch, selbst wenn ich Salat esse. Dafür bieten sich Hülsenfrüchte an, wie Bohnen oder Linsen, oder auch Getreideprodukte. Zu meinen Favoriten gehören da sicher der Dinkel und die Gerste.

In Bezug auf das Dressing schätze ich den süß-sauren Geschmack und es ist jetzt kein Zufall, dass ich das Wort süß vor sauer schreibe. Schließlich lebe ich in Wien und dort ist der Salat traditionell ein ganz ein Süßer. Das ist nicht überall in Österreich so. Mancherorts sind Salate mehr sauer wie süß. Die Mutti zum Beispiel ist aus Oberösterreich und macht eine Salatmarinade, dass es einem die Unterhose hinten rein zieht, was wohl der Grund ist, warum ich Salat früher nicht so gerne mochte. Kinder schätzen den sauren Geschmack nicht besonders. Fairer Weise muss ich dazu sagen, dass sich die Mutti, besser gesagt ihre Salatmarinade, schon wesentlich verbessert hat. Auch hat der Papa, welcher für den Einkauf zuständig ist, mittlerweile verstanden, dass der billigste Essig im Supermarkt nicht unbedingt der beste ist, was die Mutti in punkto Salat gleich ein paar Schritte nach vorne katapultierte.





Es mag Sie verwundern, dass ich die Bezeichnung Salatmarinade verwende. Das ist in Österreich aber durchaus üblich, obwohl nicht ganz richtig. Unter Marinieren wird eigentlich das längere Einlegen von Speisen in einer Flüssigkeit verstanden, die ölig und/oder säurehältig sein kann. Meistens dient dies der Vorbereitung von Lebensmittel, die später noch weiter verarbeitet werden. Eine Salatmarinade hingegen wird in der Regel erst kurz vor dem Servieren dazugegeben, als finaler Akt sozusagen, und umhüllt die Komponenten mehr, als dass sie in sie eingeht. Vor allem Blattgemüse leidet sehr, wenn es zu früh damit in Berührung kommt. Aber egal, bei uns in Österreich heißt eben alles was über einen Salat geschüttet wird, ob Sauce, Vinaigrette, Dressing oder sonstwas... schlichtweg Marinad'. Und in diesem speziellen Fall, nämlich meinem lauwarmen Linsensalat, ist das nicht einmal ganz so falsch. Hier lässt man die Linsen tatsächlich, wenn auch nur für kurze Zeit, durchziehen. Und die Marinad' dafür geht ungefähr so...

  • 6 EL Apfelessig 
  • 2 TL Honig oder für Veganer 1 EL Agavendicksaft
  • 2 TL Senf - nach Geschmack mild oder auch ein bisserl scharf, aber kein grobkörniger
  • 6 EL hochwertiges, natives Rapsöl
  • 1 kleine Zehe Knoblauch - kann auch weg gelassen werden, falls jemand empfindlich ist
Vor allem die Essigmenge kann nach persönlichem Geschmack und nach verwendeter Sorte angepasst werden. Ich empfehle jedoch zunächst einmal diese Kombination. Die hat bis jetzt noch jedem geschmeckt. Nachschenken können Sie sich dann immer noch ;-)

Für den Salat brauchen Sie...

  • 200 g getrocknete Belugalinsen 
  • 60 g Rosinen - das sind ungefähr eine Handvoll;
  • 2 rosa Grapefruits
  • 1 Handvoll junger Spinat - Babyspinat oder auch die verlesenen, ganz feinen Blätter von Wurzelspinat
  • einige Stängel frischer Koriander - ersatzweise geht auch Petersilie, aber ich finde den Koriander hier eine Spur interessanter
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Ich verwende am liebsten Belugalinsen, da sie sehr schnell gar werden und nicht eingeweicht werden müssen. Der Salat kann daher auch spontan gemacht werden.

Für die Garnitur...
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 EL Apfelessig

1 Belugalinsen abspülen und nach Anleitung auf der Verpackung zubereiten. In der Regel werden sie mit Wasser im Verhältnis 1:3 ungefähr 20-25 Minuten gekocht. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu weich werden. Die Linsen sollten noch Biss haben und ihre Form behalten. Bedenken Sie auch, dass sie nicht mit kaltem Wasser abgeschreckt werden und daher noch leicht nachgaren.

Wenn die Linsen fertig sind, in einem Sieb gut abtropfen lassen. Nicht abspülen!

2 Während die Linsen garen, bereiten Sie zunächst die Marinade zu. Den Knoblauch schälen und fein reiben. Gemeinsam mit allen anderen Zutaten in ein Schraubglas geben. Deckel gut verschließen und ordentlich durchschütteln.

3 Salat waschen, verlesen und trocken schleudern.

4 Grapefruit filetieren. Den Saft zwar auffangen und trinken, aber nicht für den Salat verwenden. Eine Videoanleitung für das Filetieren von Zitrusfrüchten finden Sie an dieser Stelle.

5 Korianderblätter von den Stängel zupfen und zur Seite stellen.

6 Die Zwiebel in feine Scheiben hobeln und in einer kleinen Schüssel mit dem Essig vermengen.

7 Sobald die Linsen fertig sind, diese in einem Sieb gut abtropfen lassen und in eine Schüssel geben. Marinade noch einmal kurz aufschütteln und die Linsen noch heiß mit gut zwei Drittel davon vermischen. Zur Seite stellen und mindestens 15 Minuten durchziehen lassen. Dabei gelegentlich umrühren.

8 Anschließend salzen und mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Rosinen, Koriander und Spinat dazugeben und gut vermengen.

9 Erst ganz zum Schluss die Grapefruit untermischen. Die zarten Filets zerfallen leicht.

Die restliche Marinade und die Zwiebel separat dazu servieren. Nicht jeder mag das. Der Herr Ziii zum Beispiel kann rohe Zwiebel nicht ausstehen. Ich schätze diese sehr, außer ich möchte nachher noch mit dem Herrn Ziii schmusen.

Die Linsen können natürlich auch über Nacht im Kühlschrank marinieren. Außerdem eignet sich der Salat hervorragend als Bürolunch. Dann aber Spinat, Grapefruit und Kräuter extra einpacken und erst unmittelbar vor dem Essen untermischen. Die Zwiebel würde ich in diesem Fall weglassen.

Ich esse den Salat am liebsten ohne was dazu. Er passt aber auch gut zu einem Gupferl Schafkäse und Brot. Außerdem geht er wunderbar zu gebratenem oder gegrilltem Fleisch, wenn Sie doch mehr wollen... ein feines Steak zum Beispiel oder auch ein gebratenes Schweinskotelett.


Nachtrag: Aufgrund des Interesses an meinem Salatbesteck... es ist aus Olivenholz und ich habe es vor einiger Zeit bei 'Grüne Erde' gekauft.


Recipe in English...

Beluga Lentils with Honey Mustard Dressing, Raisins, Spinach and Grapefruits

I adore salads. Have I already mentioned that? Besides soups and sweet dishes, salads are my favourite food. I can't believe that there are not more salad recipes on my blog. I guess this will be my task for the year. Let's start with this hearty lentil salad. You can eat it as a starter as well as a full meal or even pick it up for a healthy office lunch. Let the lentils hang out with the dressing in the fridge over night and keep the other ingredients seperate.


For the dressing...
  • 6 tablespoons cider vinegar 
  • 1 tablespoon honey (or agave nectar)
  • 2 tsp mustard 
  • 6 tablespoons canola oil 
  • 1 clove of garlic 

For the salad...
  • 200 g dried beluga lentils 
  • 60 g raisins - these are about a handful; 
  • 2 pink grapefruits 
  • 1 handful of baby spinach 
  • some fresh coriander or parsley
  • salt 
  • freshly ground black pepper

For garnishing...

  • 1 red onion 
  • 1 tablespoon apple cider vinegar


1 Rinse the lentils and cook the lentils in water for about 20 minutes. But do not overcook! They should still retain a slight tooth.
When they are done, drain well in a colander but do not rinse!

2 While the lentils are simmering, prepare the dressing . Peel the garlic and grate it finely. Put it together with all other ingredients in a twist-off-jar. Shake well.

3 Wash the spinach and dry in a spinner.

4 Fillet the grapefruits. Catch the juice for a drink, but do not use for the salad.

5 Roughly chop the cilantro and set aside.

6 Cut the onion into thin slices and mix with the extra vinegar.

7 When the lentils are done, drain and place them in a bowl. Shake the dressing again and mix two-third of it with the hot lentils. Set aside and allow to infuse for at least 15 minutes. Stir occasionally.

8 Then season with salt and freshly ground pepper. Add the raisins, cilantro and spinach and mix well.

9 At the very end add the grapefruit fillets. They easily fall apart.

10 Serve with the rest of the dressing and the onions.


Greetings from Vienna. Yours truly, Mrs Ziii



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Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii

Samstag, 15. März 2014

Gestürzter Kartoffelkuchen oder Tarte Tatin, dreimal verkehrt





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Bei meinem neuen Beitrag für das Springlane-Magazin ist alles ein bisserl anders herum, nachdem die Fischplatte, die ich zum Testen bekommen habe, sich als außerordentlich vielseitig erwiesen hat. Aber lesen Sie selbst...

Meine Tarte Tatin ist in dreierlei Hinsicht verkehrt... einmal, weil sie so gehört... verkehrt herum eben. Zweimal, weil sie nicht, wie üblich, mit Äpfel und süß gemacht ist, sondern pikant, mit Kartoffeln. Und dreimal, weil die Form in der ich sie gebacken habe, eigentlich keine Tarteform ist, sondern eine ovale Servierplatte für Fisch. Wer sagt, dass eine Tarte immer rund sein muss? Und wer sagt, dass auf einer Fischplatte nicht auch ein Kuchen gebacken werden kann? Ich liebe Alleskönner. Darüber habe ich schon einmal hier geschrieben...
"... ich hasse Dinge, die einem einzigen Zweck gewidmet sind. Ich habe es gern multifunktional. Eine Schüssel ist brauchbar, wenn sie als Salatschüssel gut dasteht, aber auch als Pastaschüssel taugt, und wenn sie dann noch als Suppenschüssel durchgeht, dann mag ich sie."
Ich würde meine Aussage an dieser Stelle gern ergänzen... eine Fischplatte ist eine sinnvolle Anschaffung, wenn sie nicht nur dem Servieren von Fischen dient, sondern diese auch braten, backen und dünsten kann, und wenn sie dann noch als Tarteform taugt, ist sie von wahrem Nutzen. Der eigentliche Härtetest besteht also nicht darin schnöden Fisch zu braten, sondern die Frage zu klären... 'Kann das Teil sonst noch was?', weshalb ich am Wochenende darin, ganz unorthodox, eine Tarte Tatin gebacken habe, aus Kartoffeln wohlgemerkt, denn die Äpfel waren aus. 

Grundsätzlich ist der Trick bei einer französischen Tarte Tatin, dass sie verkehrt herum gebacken wird, also mit dem Belag nach unten, wodurch der Boden nicht aufweicht. Die Früchte, meistens Äpfel (franz. pommes), werden zuerst in Butterkaramell geschmurgelt, anschließend in die Form geschlichtet und mit Teig abgedeckt. Die Säfte sammeln sich beim Backen am Boden der Form und verkochen sich mit dem Karamell zu einem süßen, pickigen Sirup. Nach dem Backen wird die Tarte dann auf einen Teller gestürzt. So werden die Früchte, hokuspokus, mit dem Karamellsirup wie von Zauberhand glasiert und der Boden bleibt resch und knusprig.

Muss doch auch mit Kartoffeln (franz. pommes de terre) gehen, dachte ich mir, Pomme ist Pomme. Also habe ich für die Kartoffeln ein salziges Bad aus Karamell und Olivenöl vorbereitet, mit Essig gesäuert, ordentlich Bier reingeschüttet, mit Sesam und Sojasauce gewürzt und zum Schluss noch Rosmarin und Knoblauch reingestopft, weil beides gar so gut zu Kartoffeln passt. Klingt ein bisserl schwanger, n'est-ce pas? Aber ich verspreche Ihnen, Sie werden am Ende nicht den leisesten Hauch einer Disharmonie verspüren.

  • 800 g speckige Kartoffeln (festkochend)
  • 2 EL Olivenöl
  • 50 g Kristallzucker
  • 50 g Butter
  • 50 ml milder Essig - z.B. Apfelessig
  • 1 gestrichener TL Salz
  • 100 ml Bier
  • 1 EL Sojasauce
  • 5 Zehen Knoblauch
  • ein paar kleine Zweige Rosmarin
  • Sesamkörner, hell und dunkel
  • 1 Packung Blätterteig
  • geriebene Muskatnuss

1 Backrohr auf 180°C vorheizen.

2 Kartoffeln schälen und in möglichst gleich dicke Scheiben schneiden von ungefähr 2 cm. In eine Schüssel geben, mit Olivenöl beträufeln und vermengen. Knoblauchzehen schälen und halbieren, beiseite stellen.

3 Das Karamell entweder in einem seperaten Topf oder so wie ich gleich in einer geeigneten Tarteform zubereiten, wenn Sie eine haben. Dafür den Zucker in den Topf streuen sodass dieser möglichst gleichmäßig den Boden bedeckt. Auf den Herd stellen und bei mittlerer Hitze langsam erwärmen, bis der Zucker beginnt zu schmelzen. Rühren Sie dabei auf keinen Fall um und seien Sie geduldig. Es dauert! Wichtig ist eine moderate Hitze, da das Karamell leicht verbrennt und bedenken Sie, dass Karamell sehr heiß ist! Greifen Sie es daher auf keinen Fall an und sorgen Sie dafür, dass keine Kinder in der Nähe sind (Für Ungeübte: Über die Grundlagen des Karamellisierens und meine persönlichen Erfahrungen habe ich hier schon einmal ausführlich geschrieben). Sobald der Zucker geschmolzen ist und eine goldbraune Farbe bekommen hat, geben Sie die Butter dazu, anschließend das Salz, den Essig, Sojasauce und Bier. Alles aufkochen lassen und zwei bis drei Minuten sanft köcheln lassen, bis eine homogene Sauce entstanden ist. Dann die Kartoffeln einlegen, Deckel aufsetzen und für ungefähr 20 Minuten in den Ofen schieben.

4 In der Zwischenzeit bereiten Sie den Teig vor. Ein paar Rosmarinnadeln von den Zweigen zupfen und sehr fein hacken. Rollen Sie den Blätterteig aus, bestreuen Sie ihn mit Salz, geriebener Muskatnuss und dem gehackten Rosmarin. Drücken Sie die Gewürze mit der Hand oder einem Nudelwalker gut fest. Den Teig wieder einrollen und im Kühlschrank bis zur Verwendung aufbewahren.

5 Form aus dem Ofen nehmen. Die Kartoffeln sollten nun fast gar sein, aber innen noch guten Biss haben. Die Sauce sollte sich zu einem dicklichen Sirup verkocht haben und mindestens einen halben Zentimeter hoch in der Form stehen. Einerseits saugen die Kartoffeln beim Abkühlen noch viel auf, andererseits reduziert sich der Sirup beim Backen noch weiter ein. Ist zuviel Sauce vorhanden und diese zu dünn, lassen Sie sie auf dem Herd noch etwas einreduzieren. Haben Sie das Gefühl sie ist schon zu dick, geben Sie noch etwas Bier hinzu, sonst haben Sie am Ende keine Glasur und der Belag blieibt in der Form picken. Das hängt alles ein bisserl von der Kartoffelsorte ab.

6 Wenn Sie einen seperaten Topf benutzt haben, verteilen Sie nun die Karamellsauce am Boden einer  Tarteform (keine Springform verwenden, da diese nicht dicht sind). Streuen Sie den Sesam ein und schlichten Sie die Kartoffeln möglichst dicht in die Form. Bedenken Sie, dass nach dem Stürzen die Unterseite oben liegt. Stopfen Sie den Knoblauch und die Rosmarinzweige in die Zwischenräume.

7 Legen Sie nun den Blätterteig mit der gewürzten Seite nach unten über die Kartoffeln. Kappen Sie die überstehenden Ecken und rollen Sie die Ränder auf, sodass der Teig in die Form passt. Das darf ruhig ein bisserl schlampert sein, weil es so hübscher aussieht. Stechen Sie den Teig mit einer Gebel oder einem Messer einige Male ein, damit die Flüssigkeit beim Backen abdampfen kann.

8 Schieben Sie die Form nun für ungefähr 25-30 Minuten wieder zurück in den Ofen bis der Teig eine schöne goldbraune Farbe angenommen hat. Die abgeschnittenen Ecken backen Sie auf einem Blech mit. Die dürfen Sie dann als erstes essen.

9 Anschließend, und das ist jetzt wichtig, lassen Sie die Tarte ungefähr 5 Minuten abkühlen, nicht mehr und nicht weniger. Erst dann stürzen Sie sie auf eine Platte oder ein Brett. Dafür zuerst das Brett verkehrt auf die Form legen (!!!), auf beiden Seiten gut anpacken und mit einem Schwung umdrehen. Dabei kann die eine oder andere Kartoffel hängen bleiben. Macht aber nix, die stopfen Sie wieder zurück. Ich habe die Tarte zum Servieren wieder zurück in die Form gegeben, da das Gusseisen die Wärme gut hält. Zwecks Behübschung dürfen Sie nun auch noch extra Sesamkörner und Rosmarinnadeln darüber streuen. Auf jeden Fall würde ich Ihnen ein kühles Bier dazu empfehlen und vielleicht einen sonnigen Sitzplatz im Garten oder auf der Terrasse.

Weiterführende Links...
Sollte es Sie doch nach einer klassischen, süßen Tarte Tatin mit Äpfel gelüsten, dann kann ich Ihnen dieses Rezept (klick) von der Frau Neudecker empfehlen. Und die Alexandra vom Roughcutblog hat kürzlich eine Karottentarte (klick), ebenfalls zweckentfremdet, in Ihrem Schmortopf gebacken, wodurch sie mich erst auf die Idee gebracht hat und nein, es sind keine Würschtl, falls wer fragt.


Recipe in English...

Caramelized Potatoe Tarte Tatin with Sesame and Rosemary

I don't like kitchen tools that have only one single use. I prefer allrounders in my kitchen. A bowl is a good one, when it serves salad as well as pasta or even soup. My new iron-cast fish plate for example is  such a multi-talented thing, as it recently turned out. I made a tarte tatin in it and it worked well. My tarte became special in many ways. Who says a tarte has to be circular? And who says, a tarte tatin has to be sweet? Mine is savory and made of potatoes. Let them take a bath in caramel and olive oil, give spice to them with a little bit of vinegar, beer and soy sauce, and finally add aroma with rosemary and garlic. That sounds pregnant? Be sure, at the end all flavours will be in perfect harmony.

  • 800 g waxy potatoes
  • 2 tablespoons olive oil 
  • 50 g of granulated sugar 
  • 50 g butter 
  • 50 ml mild vinegar
  • 1 teaspoon salt 
  • 100 ml beer 
  • 1 tablespoon soy sauce 
  • 5 cloves of garlic 
  • a few small sprigs of rosemary 
  • sesame seeds, light and dark 
  • 1 pack of puff pastry 
  • grated nutmeg

1 Preheat the oven to 180 ° Celcius.

2 Peel the potatoes and cut it into thick slices of about 2 cm. Give them into a bowl and drizzle with olive oil. Peel garlic cloves, cut in half and set aside.

3 Make the caramel either in a separate pan or directly in an oven-proof pie dish. Line the pan with the sugar and heat slowly over medium heat until the sugar begins to melt. Don't stir and be patient! This will take a while. Take care that the sugar will not burn and keep in mind that caramel is very hot. Once the sugar has melted and get a nice golden brown color, add the butter, salt, vinegar, soy sauce and beer. Bring to the boil and let simmer for two to three minutes until it thickens a little bit. Then add the potatoes, put on the lid and bake in the oven for about 20 minutes.

4 In the meantime, prepare the pastry. Finely chop the needles of the rosemary. Roll out the puff pastry, sprinkle with some salt, grated nutmeg and the chopped rosemary. Press the spices with your hand or a rolling pin firmly. Then roll it up again and store in the refrigerator until further use.

5 When the potatoes are done, remove them from the oven. The sauce should be thick and glossy but you need at least half a centimeter of it in the pan. Otherwise the tarte will become dry without glaze. If the syrup is not enough or too thick, add more beer. This depends a little bit of the potatoes.

6 If you have used a separate pot, spread the caramel sauce on the bottom of a pie dish (do not use a spring-form, as these are not tight). Sprinkle in the sesame and layer the potatoes as close as possible. Fill the spaces with garlic and rosemary sprigs.

7 Now cover with the pastry and thuck in at the edges. Prick the pastry with a fork all over, so the liquid can evaporate.

8 Bake in the oven for about 25-30 minutes until the crust is golden brown.

9 Leave to cool for about 5 minutes (!!!) Then invert the tarte by using a serving plate. Sprinkle with some more sesame seeds, rosemary needles and salt flakes if you like and serve lukewarm with ice-cold beer.


Greetings from Vienna. Yours truly, Mrs Ziii

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Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii

Montag, 10. März 2014

Fisch im Kräuterbett mit Bärlauchzwiebeln

Please scroll down for the recipe in English

Der Frühling lässt sich heuer nicht lumpen. Zugegeben... ein bisserl Regen wäre nicht schlecht, damit die Knospen endlich aufspringen, aber wir wollen ja nicht undankbar sein. Der Winter war kurz und schmerzlos, die Schneestiefel sind eingepackt und die dicke Winterjacke hängt frisch gewaschen im Schrank. Es ist Zeit! Körberl holen und auf geht's! Der Bärlauch reckt und streckt sich. Beim Öffnen der Fenster knofelt's schon, weil bei uns wächst er nämlich direkt vor dem Haus entlang des Bachs. Deshalb ist uns der Luxus vergönnt, nicht nur sein Blatt, sondern auch seine Zwiebel verwenden zu können und die finde ich kulinarisch wesentlich interessanter als das Grün. Kaufen sollten Sie Bärlauchzwiebel aus ökologischen Gründen nicht. Darauf möchte ich ausdrücklich hinweisen. Es sei denn Sie haben einen zuverlässigen Lieferanten, der die Zwiebel aus eigener Kultur erntet. Bärlauch ist eine Wildpflanze, deren Bestand durch die unkontrollierte Rodung der Zwiebeln, gefährdet werden könnte. Das Rezept funktioniert mit den Bärlauchblättern allein auch gut.

Eigentlich war es als Probelauf gedacht. Ich habe nämlich vor kurzem von Springlane, für deren Magazin ich ja auch Testberichte schreibe, einen Fischbräter bekommen. Der erste Versuch sollte einfach und unspektakulär sein. Aber die Sonne schien halt gar so schön. Also trafen wir die Vorbereitungen draußen und den Herrn Ziii beim Outdoor-Cooking lasse ich mir mit der Kamera sicher nicht entgehen.
Für zwei Personen...
  • 2 heimische Bachsaiblinge oder Forellen
  • 1 kleiner Bund Petersilie und vielleicht noch ein bisserl frisches Fenchelgrün (der treibt bei uns im Garten schon ordentlich aus); im Sommer auch frischer Dill
  • 1 Handvoll Bärlauchblätter - eventuell mit Zwiebel dran und dann bitte nicht aus Wildbestand
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • 1 Bananenschalotte
  • 2 EL Weißwein, mehr nicht
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung...

1 Das Backrohr auf 200°C Ober-und Unterhitze vorheizen.

2 Die Fische unter fließendem Wasser ordentlich putzen und anschließend mit einem Stück Küchenrolle trocken tupfen. Innen und außen mit Salz einreiben und dieses gut einmassieren.

3 Die Kräuter waschen und trockenschleudern. Die Bananenschalotten und die Zitrone der Länge nach halbieren und anschließend noch in Spalten schneiden.

4 Den Bauch der Fische mit ein bisserl Kräuter und einer Zitronenspalte füllen.

5 Den Boden eines Fischbräters mit Olivenöl beträufeln. Mit zwei Drittel der Kräuter (samt Stängel und Zwiebel) den Boden der Form auskleiden. Den Fisch oben drauf legen, mit Weißwein beträufeln und mit frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen. Dann mit den restlichen Kräutern bedecken. Schalotten und Zitronenspalten dazwischen stecken, wo Platz ist.

6 Jetzt braucht es noch einen ordentlichen Schuß Olivenöl. Die oben aufliegenden Kräuter sollten gut ölig sein, damit sie nicht verbrennen.

7 Deckel drauf und im Ofen 25-30 Minuten braten, je nach Größe der Fische. Garen Sie die Fische  'en papillote' reduzieren Sie die Hitze auf 180° Grad und die Garzeit um 5 Minuten, da das 'Aufheizen' der schweren Form wegfällt.

Das Ergebnis war eine Überraschung. In null komma nix katapultierte sich das produzierte Fischgericht von Null auf Platz 1 meiner persönlichen Fischhitliste. Diese wurde bis dato von einer gebratenen Forelle angeführt, frisch gefangen, zubereitet und gegessen an den Ufern des Toplitzsees vor ungefähr zehn Jahren. Der damals erlebte Genuss hat sich vermutlich durch den vorangegangenen Seehatscher dramatisch aufgebauscht  ... und ein bisserl auch, weil ich damals so verliebt war. Auf den Herrn Ziii steh ich zwar immer noch, aber zum Wasser habe ich es Gott sei Dank nicht mehr so weit. Meine Sicht der Dinge war dieses Mal also eine sehr klare und unverfälschte. Entscheidenden Einfluss hatte mit Sicherheit die Garmethode. Wir haben den Fisch bei geschlossenem Deckel im Ofen gebraten. Ein Zwischending aus Dämpfen und Braten. Er war wunderbar, so saftig und voller Aromen... und gerade noch rechtzeitig fertig zum Sonnenuntergang...
Als Alternative zu einem Fischbräter empfehle ich Ihnen für dieses Rezept die En-Papillote-Methode. Verpacken Sie die Fische samt Kräuter einzeln in Backpapier oder zur Not auch in Alufolie. Als Beilage eignen sich schlichte Kartoffeln, gedämpft, in Butter und Salz geschwenkt. Außerdem noch ein schnelles Petersilien-Bärlauch-Öl. Dafür Petersillie und Bärlauch sehr fein hacken oder pürieren, Salzflocken dazu, pfeffern, Zitronenschale hineinreiben und mit ordentlich Olivenöl aufgießen, sodass Sie eine Art ölige Sauce erhalten.


Mehr Bärlauchrezepte...
Mein Rezept für Petersilien-Bärlauch-Pesto finden Sie hier und ein 'aufgemascherlte Bärlauchrisotto' finden Sie an dieser Stelle.
Die En-Papillote-Methode habe ich vor kurzem hier beschrieben.
Wer sich für den Fischbräter interessiert, schaut am besten auf der Springlane-Seite und zwar genau dort.


Recipe in English...

Brook Trout on a Bed of Parsley and Ramson

Spring is here! Very early this year, with a lot of sunshine and mild temperatures. Ramson is popping up in the woods and by the water. Even in the city of Vienna the smell of garlic spreads next to gardens and parks. Lucky me! In front of my house there is one of these special places. 

So Mr Ziii and me prepared dinner outdoor, using our new cast-iron fishpan. If you don't have such a nice kitchen tool you can simply cook the fish 'en papillotte', that means wrapped in cooking paper. The method is similar and you get a juicy and aromatic fish.

  • 2 native brook trouts
  • 1 small bunch of parsley, maybe a little bit fresh fennel green or in the summer fresh dill 
  • 1 handful ramson leaves with bulbs
  • 1 lemon 
  • 1 banana shallot 
  • 2 tablespoons white wine, not more 
  • olive oil 
  • Salt and pepper


1 Preheat the oven to 200 ° C.

2 Clean the fish under running water properly and then pat dry with a paper towel. Rub inside and outside with salt.

3 Wash and spin dry the herbs. Halve the banana shallots and lemon lengthwise and then cut into wedges. 

4 Fill the belly of the fish with some of the herbs and a a lemon wedge. 

5 Drizzle the bottom of the fish pan with olive oil. Spread two thirds of the herbs (including stems and bulbs) on the bottom of the pan. Place the fish on top, drizzle with white wine and sprinkle with freshly ground pepper. Then cover the fish with the remaining herbs. Place the shallots and lemon wedges between.

6 Now it needs a big splash of olive oil. The above-lying herbs should be wet and oily, so they do not burn. 

7 Cover with the lid and put in oven for 25-30 minutes, depending on the size of fish. If you cook the the fish 'en papillotte' reduce the heat to 180° Celsius and also the cooking time by 5 minutes.


Greetings from Vienna. Yours truly, Mrs Ziii


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