Das neue Studio Teil 3, frisch gekampelt und geschneuzt


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Ich habe Sie lange warten lassen. Teil 1 und 2 gab es bereits letztes Jahr hier auf dem Blog, doch Teil 3 hat länger gedauert. Nach den Bauarbeiten und der Küchenplanung schien das Gröbste überstanden. Zumindest sah das Studio vor einigen Monaten auch schon nach Küche aus, wie Sie auf dem Bild oben erkennen können. Doch die Tücke steckte im Detail und ich wollte Ihnen das Studio unbedingt von seiner besten Seite zeigen. Es sollte ganz und gar fertig sein, inklusive aller Kleinigkeiten, Deko und was sonst noch zum Hübschsein dazugehört.

Etliche Monate später hat mich die Erkenntnis ereilt, dass es wohl nie ganz fertig werden wird. Irgendetwas gibt es immer zu tun. So habe ich mich mit meinem provisorischen Russenluster*, interimistischen Barhockern und sonstigen Unvollkommenheiten arrangiert und präsentiere Ihnen stolz meinen Arbeitsplatz an dem ich neuerdings werke: meine noch unperfekte aber durchaus liebenswerte und irgendwie sehr stylische Studioküche, wie ich meine. Ein bisserl aufgeräumt schaut sie aus, was vielleicht daran liegen mag, dass ich aufgeräumt hab'. So ordentlich ist meine Küche sonst nicht...
* österreichische Bezeichnung für eine Beleuchtung mittels schlichter Fassung und nackerter Glühbirne



Was die Planung betrifft, geht mein aufrichtiger Dank an die liebe Frau Weinmeister von Bulthaup Spittelberg, die sich meinem Projekt wochenlang mit Engelsgeduld widmete. Sie sorgte dafür, dass sich alles dort befindet wo es hingehört und darüberhinaus noch locker acht Personen bequem in der Küche arbeiten können. Genügend Platz zum Fotografieren blieb auch.

Wer das Studio betritt, kommt zuerst in jenen Teil, dem wir den Namen 'Rauchkuchl' gegeben haben. Dort muss einst eine gemauerte Feuerstelle gewesen sein. Der Balken sitzt tief und trennt das Gewölbe vom restlichen Teil. Der Herr Ziii haut sich daran regelmäßig seinen Schädel an. Gemeiner Weise habe ich ihm auch noch die Kaffeemaschine dorthingestellt um Dinge aus dem eigentlichen Kochbereich auszulagern, die nicht notwendiger Weise dort untergebracht sein müssen. Dazu gehört die Zubereitung der Getränke, die meinen Arbeitsflow (beim Kochen) stören würde und Küchengeräte wie Dampfgarer, Backofen und Tellerwärmer, die keine große Aufmerksamkeit erfordern. Außerdem gibt es eine zweite Spüle für die Verrichtung 'niederer Dienste' wie sie von Herrn Ziii gerne bezeichnet werden. Dazu gehören in erster Linie Gemüse putzen und Gläser und Pfannen abwaschen.



Das Herz des Hauptraums ist eine Kücheninsel. Verbindlichsten Dank Frau W. für Ihr Durchsetzungsvermögen. Wie Sie wissen, hätte ich das Ding andersrum hingestellt, was im Nachhinein betrachtet ein Fehler gewesen wäre. So passt's perfekt!


In die Insel integriert befindet sich die Herdplatte, und zwar seitlich. So kann mir von der Ecke aus bequem in die Töpfe schauen wer will ohne dabei im Weg zu stehen. Da die Herdplatte flächenbündig in die Arbeitsfläche eingelassen ist, kann ich sie ruck zuck mit einer Arbeitsplatte abdecken, wenn ich sie nicht brauche. Sehr praktisch.

Beim Kochfeld habe ich mich für ein schmales mit 60 cm entschieden, obwohl ich jahrelang auf einem 120 cm breiten gearbeitet habe. Es nahm zuviel Platz weg und ich nutzte es nicht wirklich, denn ich vermeide, mehr als zwei Pfannen oder Töpfe auf dem Herd stehen zu haben. Da bemühe ich lieber das Backrohr oder den Dampfgarer. Die hinteren beiden Kochfelder nutze ich meistens nur als Abstellplatz für heiße Töpfe. Außerdem gibt es noch einen elektrischen Plattengrill, einen Holzkohle-Keramikgrill im Außenbereich und der Wagen auf dem die Kaffeemaschine steht, kann zu einer zweiten, mobilen Herdplatte umfunktioniert werden. Sollte mich trotz allem mal die Lust auf Großküchenflair überkommen, kaufe ich mir einen schicken gusseisernen Rangecooker. Vorsichtshalber habe ich schon einen dreipoligen Stromanschluss legen haben lasse. Eines Tages ereilt mich vielleicht ein Lottosechser, dann schlag ich zu.

Die Trennwand zwischen Rauchkuchl und Hauptraum konnten wir aus statischen Gründen nicht vollständig entfernen, was sich aber als durchaus praktisch erwies. So fand in der Ecke hinter der Insel eine kleine Küchenzeile mit einem Wandpaneel Platz. Mein Hauptarbeitsbereich befindet sich zwischen Insel und Küchenzeile mit Blick in den (irgendwann begrünten) Innenhof. Die Spüle liegt also hinter mir, versteckt in der Ecke. Dort kann das angepatzte Geschirr herumlungern ohne zu stören. Ich möchte nicht nach einem exzessiven Kochevent in die Küche kommen und auf einen Haufen schmutzige Teller schauen. Da würde ich am liebsten gleich wieder umdrehen.  Deshalb kam mir die 'Abstellecke' neben der Spüle sehr gelegen. 'Niedere Dienste' wie Salat waschen werden 'outgesourcest' (O-Ton Herr Ziii) und an das 'Küchenhilfspersonal' (O-Ton Herr Ziii) an der zweiten Spüle vergeben. So steht keiner im Weg.(Wie Sie vielleicht schon bemerkt haben, ist der Herr Ziii leicht beleidigt, weil er in meinem Studio nur die zweite Geige spielen darf ;-)



Besonders stolz bin ich auf meine Bulthaup System 20 Küchenteile. Das Design ist schon über 20 Jahre alt und mindestens genauso cool wie damals. Es war das erste mobile Küchensystem, das 1997 von Bulthaup auf den Markt gebracht wurde. Die Teile sind unverwüstlich und begehrte Sammlerstücke, da die System 20 seit einigen Jahren nicht mehr produziert wird. Der Ankauf hat sich jedenfalls ausgezahlt. Mein Lieblingsteil ist die Gerätegarage. Hinter der Jalousie lässt sich einiges an Kramuri verstecken...



Wobei... die schönen Teile als Kramuri zu bezeichnen ist ein Frevel. Die Retro Serie von SMEG braucht sich nicht zu verstecken. Deshalb ist die Gerätegarage auch ständig offen. Wäre doch schade um den Anblick? Die Küchenmaschine kann nicht nur Teig kneten, sondern hat auch einen Fleischwolf, Nudeldingsbums und Zerkleinerer. Noch nie habe ich so viel geschredderten Salat und Gemüse gegessen wie in den letzten Monaten. Freihändig Nudelteig herstellen kann ich jetzt auch, von meinem Faschierten Braten ganz zu schweigen.

Den Kühlschrank hat sich der Herr Ziii gewünscht. Groß und amerikanisch sollte er sein, mit viel Platz für tausend Flaschen, Eiswürferl und sonstigen Klimbim. Ich wollte unbedingt einen im Stil der 50-er. Es war Zufall, dass es den Kühlschrank im Retrodesign von SMEG seit kurzem auch in einer Large-Variante gibt. Für meine Fotoshootings ist das unerlässlich. Sie haben keine Ahnung wieviel Zeugs ich einkaufen muss, wenn ein Kunde zum Beispiel eine Fotostrecke für Salate in Auftrag gibt. Vorbei sind die Zeiten, in denen Styroporkisten mit Kühlaggregaten herumstanden. Passt jetzt alles in meinen Kühlschrank hinein. Auch wenn es am Foto nicht sichtbar ist... der Innenraum ist so geräumig, dass ich den Herrn Ziii im Ganzen darin verstauen könnte (sollte dies einmal notwendig sein ;-)


Der für mich größte Luxus ist die Klimaanlage. Gesegnet sei der Erfinder dieser genialen Geräte. Temperaturen über 28 Grad finde ich persönlich nämlich völlig indiskutabel. Im Hochsommer zucke ich regelmäßig aus und reiß mir vor Zorn die Kleider vom Leib, dazwischen werde ich von Heulkrämpfen geschüttelt... der Herr Ziii nennt das hitze-hysterisch. Wenn ich dann auch noch kochen oder backen soll, ist es aus und vorbei. Ich habe mal einen großen Auftrag für eine Shooting abgelehnt, weil ich bei 35 Grad Außentemperatur 200 Schokoladekekse hätte backen müssen. Solche Unpässlichkeiten sind nun Geschichte. Der Sommer kann kommen. Her mit den Aufträgen für das bevorstehende Weihnachtsfest!

Last but not least... die Sitzecke. Eigentlich wollte ich den Platz freihalten um Raum für Studioleuchten und Stativ zu haben. Doch eines Tages stand der Papa vor der Tür und hatte Opas alten Werkstatttisch samt Sessel im Kofferraum, der in seinem Keller herumstand. Er stellte ihn in meine Studioküche und meinte: 'Du stehst doch auf altes Klumpert!' - Auch wenn ich meine, einen gewissen Sarkasmus herausgehört zu haben, muss ich ihm recht geben. Der Tisch ist heißbegehrt und obwohl es im Nebenraum eine große Stube mit Esstisch gibt, hocken nun immer alle rund um Opas Werkstatttisch. Ganz nebenbei erwies er sich als exzellenter Fotohintergrund.



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Völlig unterschätzt habe ich im Übrigen den Kostenaufwand für Töpfe, Geschirr und sonstige Kochutensilien. Üblicher Weise wächst eine Küchenausstattung im Laufe der Zeit: beim Auszug eine Schachtel mit Muttis altem Klumpert, zum Geburtstag ein schicker Topf, zu Weihnachten ein neues Besteck, Schöpflöffel und Salatbesteck im Abverkauf... nach einigen Jahren hat man seine sieben Sachen beieinander. So fällt nicht auf, wieviel Geld der ganze Hausrat verschlingt. Doch im Studio ging es von Null auf Hundert. Alles musste in kurzer Zeit auf seinem Platz sein. Großzügige Unterstützung kam zum Glück von Riess Email, Lobmayr, Falk culinair und Berndorf-Bestecke.

Links... 

Teil 1 der Studiotrilogie können Sie hier (draufklicken) nachlesen.
Teil 2 finden Sie unter diesem (draufklicken) Link.

Danksagung...

Die Küche wurde von BULTHAUP Spittelberg geplant und ich freue mich jeden Tag aufs Neue darin arbeiten zu dürfen.

Kühlschrank und Küchengeräte wurden mir von der Firma SMEG (Link zur Firmenseite) freundlicher Weise zur Verfügung gestellt und begleiten mich bei neuen Projekten, an die ich ohne meinen Fuhrpark nicht einmal denken würde (In the Making: Hausgemachte Bratwürste)

Mit einer Grundausstattung an Töpfen, Schüsseln, Kuchenformen etc. versorgte mich großzügig die Firma RIESS Emaille (Link zur Firmenseite). Die Töpfe aus dem Ybbser Familienbetrieb begleiten mich schon mein ganzes Leben. Treue Leser wissen, dass damit schon meine Oma gekocht hat. Ich nutze sie täglich mit sehr viel Liebe und Sorgfalt.

Die schönsten aller Gläser und Karaffen (zum Beispiel jene auf Opas Werkstatttisch) kommen aus dem Traditionshaus LOBMAYR (Link zur Firmenseite) und ein Foto wird ihnen nie und nimmer gerecht. Es kann erst verstehen, wer sie angefasst und aus ihnen getrunken hat.

BERNDORF Bestecke (Link zur Firmenseite) füllte meine Schubladen mit ausreichend Messern, Löffeln, Gabeln, etc. für lange Arbeitstage, sodass das gute Besteck meiner Oma nun zu einer Großfamilie herangewachsen ist.

Neu aufgeflammt ist meine Leidenschaft für Kupferpfannen, die ich erst seit kurzem in Verwendung habe, aber denen ich bereits hoffnungslos verfallen bin. Ein herzliches Dankeschön an die belgische Manufaktur FALK Culinair (Link zur Firmenseite), die mich davon überzeugen konnte, dass es sich auszahlt in Kupferpfannen zu investieren. Love them und ich werde darüber sicher noch ausführlicher berichten.


Vieles muss noch weiter wachsen. Wie gesagt, fertig wird's wahrscheinlich nie. Ich brauche endlich eine Jalousie, die Kräuterkisteln wollen bepflanzt werden, ich hätte gerne einen Speckkranz in der Rauchkuchl und, und, und... Jetzt fängt der Spaß erst richtig an! Ich freue mich auf den Sommer, liebe Leser.


Lieben Gruß aus Wien,



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11 comments:

  1. wunderschön und hell!ein Traum!

    LG Julia

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    1. Nachdem sie sich im Erdgeschoß des Hauses befindet sollte alles schön hell und weiß sein, damit es nicht zu dunkel wird. Und zum Fotografieren ist es auch besser.

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    2. Das stimmt, es muss viel Tageslicht reinkommen+helle Küche, finde ich klasse!

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  2. Der Boden ist so schön! Was für ein Material ist das?

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    1. Das ist ein Kalkstein. Heißt Mandorla.

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  3. Atemberaubend schön! Für die System 20-Elemente würde ich übrigens fast schon töten, mindestens aber meine Schwiegermutter verkaufen.
    Viele Grüße
    Christina

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  4. Liebe Frau Zimmel,
    Firma Riess in Ybbsitz. Schreibt sich genauso wie Ybbs. Keine harten *p's* ;)
    Sehr schön, das alles. Wartete schon auf den Teil 3, und das schöne Kochbuch hab ich mir auch vor wenigen Wochen geschenkt.

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    1. UaaaaH! Wie peinlich! Das ist wegen dem Markt am Yppenplatz ;)) Werde ich natürlich gleich ausbessern. Danke für den Hinweis.

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  5. Sehr schön und stimmig - passt perfekt zu dir :-)

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  6. Wow da werde ich ja glatt ein wenig neidisch :)

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