Geographisch gesehen liegt Wien in einer Senke - dem sogenannten Wiener Becken - welches begrenzt wird durch die Erhebungen des Wienerwaldes im Westen, Schneeberg, Rax und Semmering im Süden, dem Leithagebirge im Norden... und im Osten? Ähm, ja... im Osten, da ist nix, außer einer mordstrumm Gstettn, mit der Bezeichnung Pannonisches Tiefland, das von Wien über Ungarn und Kroatien bis hin zur eurasischen Steppe reicht. Und dort ist es, bekanntlicher Weise, ziemlich heiß. Wenn in Wien nun der Wind krowodisch pfeift, also von Südosten her pannonische Heißluft samt Pusztasand ins Wiener Becken treibt, kommt alles von dort nach da, steht aber dummer Weise bei den oben erwähnten Erhebungen an und rien ne va plus! Nichts geht mehr in dieser Stadt - und schon gar nicht in meiner Küche. Dann befinde ich mich nämlich im reduzierten Überlebensmodus, so wie dieser Tage. Nur zu Trinken gibt es reichlich... zum Beispiel eisgekühlten Hibiscus-Orangeneistee mit Lavendelduft.

Die Basis des Eistees bildet Agua de Jamaica (sprich Ha-meik-ha), ein mexikanisches Nationalgetränk, das im gesamten lateinamerikanischen Raum und auch in den USA gern getrunken wird. Dafür werden die Blüten einer speziellen Hibiscusart verwendet, die im Spanischen Flor de Jamaica genannt werden. Die Blüten werden ausgekocht, der Tee mit Zucker gesüßt und eisgekühlt mit einer Limettenspalte serviert. Ich persönlich finde Agua de Jamaica aber zu herb und zu sauer. Damit es mir schmeckt, muss ich es stark süßen. Doch in dieser, etwas lieblicheren, Version schmeckt es mir auch wenig gesüßt.
- 2 EL ganze Blüten von Hibiscus sabdariffa - im Internet auch in biologischer Qualität leicht zu bestellen, achten Sie aber darauf die ganzen Blüten zu erhalten
- 1 EL Lavendelblüten - ich habe meine im Garten gezupft, aber seien Sie vorsichtig mit der Menge, Lavendel kann schnell ein bisserl penetrant schmecken
- eventuell Blüten anderer Malvenarten, die vielleicht in Ihrem Garten wachsen - mehr als dekoratives Element
- 1 Bioorange - unbedingt Orange und nicht Zitrone oder Limette
- 4 EL Agavendicksaft als Süßungsmittel, den sie mittlerweile in jedem gut sortierten Supermarkt in der Reformabteilung bekommen
- 1,5 l Wasser
Die Hibiscusblüten kurz mit lauwarmem Wasser abspülen und in ein Gefäß geben. Das Wasser aufkochen lassen und die Blüten damit übergießen. Zehn bis fünfzehn Minuten ziehen lassen und dann die Lavendelblüten dazugeben. Noch einmal ein bis zwei Stunden stehen lassen. Anschließend abseihen und kalt stellen. Vor dem Servieren frische Malvenblüten und eventuell noch frische Lavendelblüten in einen Glaskrug geben und mit dem eisgekühlten Tee aufgießen. Die Orange heiß abwaschen, in Scheiben schneiden und ebenfalls in den Krug geben. Zum Schluss mit Agavendicksaft süßen. Servieren Sie das Getränk eiskalt mit einer Unmenge von Eiswürfeln.
Sollte Ihnen der Tee zu stark sein, können Sie noch kaltes Wasser hinzufügen und auch die Süße nach Ihrem Geschmack anpassen. Denken Sie aber daran, dass sich durch die Eiswürfel im Glas der Tee ohnehin etwas verdünnt.

Auch für dieses Wochenende heißt es abwarten und Eistee trinken, bis der Wind sich dreht und die Temperaturen wieder unter die 35 Grad-Marke fallen. Am besten wie der kleine Kater, faul und träge im Garten liegen und im Müßiggang dem Nichtstun huldigen, möglichst nahe am Krug mit dem Eistee.
Sollte Ihnen der Hibiscuseistee irgendwann zum Hals raus hängen, können Sie zwischendurch auch mal da schauen.
Sollte Ihnen der Hibiscuseistee irgendwann zum Hals raus hängen, können Sie zwischendurch auch mal da schauen.







