Samstag, 23. Februar 2013

Dukatenbuchteln mit Safran-Vanillesauce oder wenn Gott wuchteln geht




Das Wiener Mannsbild ist beseelt von Fußball, wenn es nicht gerade Skirennen schaut. Fußball ist dem Wiener sein Leben, seine Liebe und seine Leidenschaft, mit drei gerollten Meidlinger 'L's. Auch der Herr Ziii ist ein echter Wiener, wenngleich er kein gerolltes L spricht. Doch geboren in der großen Stadt, wurde ihm das Leder praktisch in die Wiege gelegt und wäre da nicht die Mama gewesen, die ihn in den falschen Fußballverein gesteckt hätte, wäre er heute ein großer Star. So blieb die Karriere als Profifußballer doch im Waldmüllerpark hängen und das Kind widmete sich frustriert den ordentlichen Berufen. Es erübrigt sich wohl zu sagen, dass es derer in Wien viele gibt. Doch einmal in der Woche versammeln sie sich... die, denen das Schicksal nicht hold war. Ein Schippel Männer mittleren Alters mit Bierbäuchen, Hüftbeschwerden und Arthrosen rennt im Sommer schwitzend über den akurat gestutzten Fußballrasen oder friert sich im Winter den Arsch in nicht beheizten Fußballhallen ab. Alles für die Liebe, das Leben und die Leidenschaft. In memoriam.

"Eine (hinein) mit der Wuchtel" heißt es dann, wenn die Herren auf den ÖBB-Gründen im Schatten der Wiener UNO-City eine Runde gepflegten Fußball spielen, denn eine Wuchtel ist in Wien auch die Bezeichnung für den ledernen Ball, um den sich alles dreht. Geht der Herr Ziii wuchteln, gibt es meist viel zu erzählen, wenn er dann doch noch am Abend den Weg nach Hause findet. So trug es sich einst zu, dass das Mannsbild spät nachts die Tür aufreißt und mit leuchtenden Augen und ebensolcher Nase mir auf den Knien direkt vor die Füße rutscht, den Kopf in den Nacken wirft und die gestreckten Hände gen Himmel reckt. Dabei ruft er, jedes einzelne Wort betonend, mit bedächtigen Pausen zwischen denselbigen: "ICH... BIN... EIN... GOTT!"
Weil ich mir nicht ganz sicher bin, was er meint, frag ich nach. Und da erzählt er mir vom Jürgen, der ihm von hinten die Kugel eine flankt. Er, der Herr Ziii, stoppt auf Ronaldo, dieselbige mit der Brust und schiaßt dem Pfeiffer die Wuchtel volé aus der Drehung genau ins linke Kreuzeck.

Bamm, das war's, das Ereignis der Superlative, von dem das Mannsbild mir im darauffolgenden Jahr noch tausende Male erzählen sollte. Was ihn dabei besonders freute, war, dass der Pfeiffer im Tor gestanden ist. Der ist sowas wie sein Fast-Bester-Freund, nur net wenn es um Wuchteln geht. Die Fußballrunde wurde nämlich von den beiden Herren gemeinsam ins Leben gerufen und irgendwie können sie sich nicht darauf einigen, welcher von ihnen den größeren Anteil daran hatte. Jede Woche werden die Mannschaften aufs Neue gewählt und aus Tradition spielen die beiden Freunde immer gegeneinander. So kam es dann auch, dass an jenem Tag der Pfeiffer im Tor stand, als der Herr Ziii seinen legendären Schuss tat.

Doch die Geschichte geht weiter, denn im darauffolgenden Jahr, sitzt uns eines Abends der Pfeiffer am Esstisch gegenüber und wir reden so. Da komme ich halt irgendwie auf den Herrn Ziii, meinen Fußballgott, zu sprechen, auf dessen Kniefall und das heroische Tor, bei dem er... Sie wissen schon... die Wuchtel, auf Ronaldo, mit der Brust gestoppt und volé aus der Drehung dem Pfeiffer genau ins linke Kreuzeck eine g'schossen hat. Der Pfeiffer, wie er das hört, schaut mich drauf fassungslos an. Dann schaut er zum Herrn Ziii. Der schaut aber nur beim Fenster raus, woraufhin ich abwechselnd zum Herrn Ziii und dann wieder zum Pfeiffer schau. Und auf einmal hängt ein Schweigen im Raum, ein ganz ein peinliches noch dazu, und mitten in die Stille meint der Pfeiffer plötzlich: "Des is a Wuchtel! Der Koffer hat daneben geschossen!"

All jenen, die mit der Wiener Sprache nicht so vertraut sind und die sich jetzt vielleicht nicht auskennen, sei gesagt, dass in Wien eine Wuchtel nicht nur ein lederner Ball, sondern auch eine Lüge, ein Scherz oder ein Witz sein kann, wobei eine solche Wuchtel entweder geschoben oder gedrückt wird. Wenn ein Wiener gern 'Wuchteln druckt', also ein sogenannter Wuchteldrucker oder Wuchtelschleuderer ist, ist er entweder ein Lügenerzähler oder ein Scherzbold. Einer der gerne Witze erzählt, ist hingegen ein Wuchtelsammler. In Bezug auf die obige Geschichte hat mir der Herr Ziii jedenfalls eine ordentliche Wuchtel eine (hinein) gedruckt, was ihm letztendlich fast seine Sportlerkarriere im zweiten Bildungsweg gekostet hätte, denn er hat sich monatelang nicht mehr auf den Fußplatz getraut.

Der Vollständigkeit halber soll hier noch erwähnt sein, dass der Wiener auch den Ausdruck der 'fetten Wuchtel' kennt, was wiederum eine äußerst unschöne und beleidigende Bezeichnung für eine dicke Frau, nicht selten der eigenen Ehefrau ist. Oder aber der Wiener redet von einer böhmischen Mehlspeise, aus Germteig gebacken, mit Marmelade gefüllt oder ungefüllt. Sie sehen also, die Wiener Sprache ist keine leichte nicht.


Die Wuchtel oder auch Buchtel ist ein süßes Germteiggebäck, das ursprünglich aus Böhmen kommt. Wie so vieles in der Wiener Küche, stammt die Mehlspeise aus der Zeit der Donaumonarchie, als das Kaiserreich noch die Städte Wien, Prag und Budapest vereinte. Die Österreicher haben sich bei der Einbürgerung an der tschechischen Sprache bedient, doch ist die österreichische Idiomatik in der Buchtel-Wuchtel-Sache uneinheitlich. Gelegentlich wird die Meinung vertreten, dass es sich bei Wuchteln um die gefüllte Variante handelt, während Buchteln sowohl gefüllt, als auch ungefüllt sein können. Tatsächlich werden die beiden Bezeichnungen jedoch überschneidend verwendet, sowohl für das eine, als auch für das andere. Viel eindeutiger hingegen ist der Begriff der Dukatenbuchtel, denn darunter wird in Wien immer eine besonders kleine, ungefüllte Form der Buchtel verstanden. Nicht größer wie ein Hühnerei darf sie sein und goldgelb glänzen muss sie, wie ein Dukaten eben. Am besten schmeckt sie frisch aus dem Ofen, lauwarm und getränkt in Vanillesauce. Der Germteig für Dukatenbuchteln sollte in der Regel ein sehr feiner sein, mit viel Butter, Eidotter und ein bisserl mehr Zucker wie für gefüllte Buchteln.

  • 300 g glattes Mehl - ersatzweise Universalmehl, aber auf keinen Fall ein griffiges
  • 150 ml Milch
  • 50 g Zucker
  • 80 g Butter
  • 1/2 Würfel Germ, also 20 g - unbedingt frischer Germ
  • 6 Eidotter
  • 1/2 TL Salz
  • abgeriebene Schale einer halben Zitrone
  • 50 Butter extra
  • Staubzucker zum Bestreuen
Die Kunst des Germteigs ist die möglichst lange Gehzeit. Dann braucht es auch keine großen Mengen an Treibmittel. Meine Oma predigt immer: "Ein Würfel Germ auf ein halbes Kilo Mehl!" Aber soviel braucht der Teig nur, wenn Sie die Gehzeit möglichst kurz halten wollen, also eine faule Oma sind. In ihrem alten Kochbüchlein hat die Oma einen halben Würfel auf 300 g Mehl aufgeschrieben. Verwenden Sie mehr Germ, kann dieser recht aufdringlich aus den Buchteln herausschmecken. Das Gebäck hat dann oft einen stechenden und säuerlichen Hefegeschmack. In der Regel kommen Sie mit einem halben Würfel auf ein halbes Kilo Mehl leicht aus, wenn Sie nur geduldig sind.
Die lange Gehzeit bewirkt außerdem, dass der Teig besonders feinporig und flauschig wird. Meine Oma hat den Teig immer drei Mal gehen lassen. Germteig ist also nix für ein schnelles Abendessen, sondern wunderbares Slow Food für einen faulen Sonntag Nachmittag.

Ich möchte Ihnen außerdem noch ans Herz legen, unbedingt frischen Germ zu verwenden. Trockengerm hat nicht die gleiche Qualität, was aber eh logisch ist. Lassen Sie sich mal gefriertrocknen und dann schau ma mal, wie es Ihnen so dehydriert geht. Da ich persönlich also immer frischen Biogerm verwende, beginnt mein Rezept für Dukatenbuchteln mit einem Dampferl, dem Vorteig.


Dampferl machen: Drei Esslöffel von der Milch in einem kleinen Topf leicht erwärmen. Handwarm! Ist die Milch zu heiß, stirbt der Hefepilz ab, ist sie zu kalt, tut sich nix. Den Germ in die Milch bröckeln und verrühren, bis er sich aufgelöst hat. Dann einen Teelöffel vom Zucker dazu und soviel Mehl, dass ein glatter, nicht zu fester Teig ohne Klumpen entsteht. Leicht bemehlen, Geschirrtuch drüber und zur Heizung stellen. Germteig mag es warm und darf keinen Zug bekommen. Die Masse sollte sich in den nächsten 20 Minuten verdoppeln. Wenn Sie doch mit Trockengerm machen, wird kein Dampferl gemacht, sondern der Germ direkt zum Mehl gegeben.

Eiermilch herstellen: Restliche Milch in einem Topf leicht erwärmen. Wiederum nur handwarm! Butter dazu und schmelzen lassen. Das dauert eine Zeit lang, da die Milch ja nicht sehr heiß ist. Zucker dazu geben und in der Milch auflösen. Erst ganz zum Schluss, unmittelbar vor der Weiterverwendung, die Eidotter einrühren und ordentlich verkleppern. Die Eiermilch muss dabei richtig temperiert sein. Das ist das Um und Auf bei Germteig! Immer handwarm verarbeiten!

Germteig schlagen: Mehl in eine Schüssel sieben. Die lauwarme Eiermilch, Zitronenschale, Salz und das fertige Dampferl dazu geben. Glücklich sind nun die, die eine Küchenmaschine haben, denn die stecken jetzt einfach den Knethaken rein und lassen machen. Alle anderen müssen per Hand schlagen, und zwar ordentlich. Solange bis der Germteig ganz glatt ist, Blasen wirft und beginnt sich vom Schüsselrand zu lösen.
Meine Oma hat das immer so gemacht:
 Hinsetzen und die Schüssel zwischen die Beine nehmen, am besten ein Weitling mit breitem Rand. Mit der linken Hand den Schüsselrand festhalten und einen hölzernen Kochlöffel wie einen Stock in die rechte Hand nehmen, sodass er nach unten zeigt. Mit dem Kochlöffel jetzt, am vom Körper abgewandten Schüsselrand , einstechen, den Kochlöffel zu sich hinziehen, bis ganz nach vorn, hochheben, und das Ganze nochmal von vorne mit ordentlichem Schwung. Die Bewegung sollte letztendlich einen Kreis beschreiben und die linke Hand dreht dabei gelegentlich die Schüssel. Es ist wichtig, dass der Germteig richtig gut geschlagen wird, sonst wird das nix.

Gehen lassen: Den Teig mit dem Kochlöffel in der Schüssel zu einer Kugel formen, leicht mit Mehl bestäuben und mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken. An einem warmen Ort mindestens eine Stunde oder länger gehen lassen, je nachdem wie wohl sich der Teig fühlt, dort wo Sie ihn hinstellen. Seien Sie nicht ungeduldig! Die Masse sollte sich mindestens verdoppeln. Nach dem ersten Gehen, den Teig mit dem Kochlöffel kurz durchschlagen, damit er zusammenfällt, wieder zur Kugel formen, bemehlen und nochmal gehen lassen. Und wenn Sie das Gefühl haben, dass der Teig genug aufgegangen ist, lasse Sie ihn auf jeden Fall noch einmal eine halbe Stunde stehen.

Buchteln formen: Die restliche Butter zerlassen und das Backreindl herrichten. Für kleine Dukatenbuchteln sollte es möglichst nieder sein. Ich verwende eine ofenfeste Emailpfanne mit einem Durchmesser von 22 cm und lege diese noch mit Backpaier aus, für den Fall, dass die Buchteln übergehen wollen. Es reicht aber auch, wenn Sie die Pfanne gut mit Butter ausstreichen. Den Teig dann kurz durchkneten und in drei Teile teilen. Diese zu Rollen formen und jede mit einem Messer in 10 Stücke schneiden. Sie haben dann 30 kleine Teigstücke in der Größe einer Walnuss. Das wird Ihnen vielleicht ein bisserl klein vorkommen, aber wenn Sie gut gearbeitet haben, werden die Buchteln im Ofen mindestens auf Hühnereigröße anwachsen.
Die Teigstücke dann an vier Ecken hochziehen, sodass auf der Unterseite eine glatte, runde Fläche entsteht. Diese in die zerlassene Butter tunken und die Buchtel mit der glatten Seite nach oben in das Reindl setzen. Auf diese Art und Weise eine Buchtel nach der anderen in die Form setzen. Nicht zu eng, denn die Buchteln wollen noch aufgehen. 

Ein letztes Mal gehen lassen: Die Buchteln in der Form ein letztes Mal an einem warmen Ort gehen lassen, bis sie sich verdoppelt haben. Währenddessen den 
Ofen auf 150 Grad vorheizen. Ich verwende keine Heißluft, sondern Ober-und Unterhitze. Die Backform dann in den Ofen schieben und ungefähr 25 Minuten backen, bis sie schön goldbraun sind. Dies sind allerdings nur Richtwerte. Hitze und Backdauer hängen von ihrem Backrohr ab. Sie müssen darauf achten, dass die Temperatur anfangs nicht zu stark ist. Die Buchteln sollen im Rohr ja noch aufgehen. Bräunt die Oberfläche zu schnell, wird sie fest und die Hefepilze  können ihre Arbeit nicht mehr tun. Das Gebäck kann nicht mehr aufgehen und die Hefe wird im Inneren eingeschlossen. Die fertigen Buchteln schmecken 'germig'. Beobachten Sie daher den Backvorgang, aber nicht die Ofentüre öffnen! Sind sie am Ende zu blass, können Sie die Temperatur während der letzten Minuten erhöhen. Die heißen Buchteln nach dem Backen noch mit Staubzucker bestreuen.


In der Zwischenzeit kümmern Sie sich um die Vanillesauce. Diese kann entweder nur mit Eidotter angedickt werden oder aber durch Zugabe von Kartoffelstärke. Ich bevorzuge hier die zweite Variante, da in den Buchteln ohnehin schon so viele Eier enthalten sind. Sie können natürlich auch fertiges Puddingpulver nehmen, sofern Sie synthetischen Vanillegeschmack, künstliche Farbstoffe und ein paar andere E-Nummer schätzen. Da sich das Pulver aber so einfach selbst herstellen lässt, rate ich Ihnen dringend davon ab ;-) Als Farbstoff und extra Geschmackgeber kommt in meinem Rezept Safran zum Einsatz, den Sie aber auch weglassen können. Dann haben Sie eben schlichte Vanillesauce. Auch gut!

  • 1/2 Liter frische Vollmilch
  • 1 EL Zucker - oder aber auch mehr, je nach Geschmack
  • 12 g Kartoffelstärke
  • 2 Eidotter
  • 1 Vanilleschote - oder auch Vanillepaste
  • 1 Briefchen Safran
  • 50 ml Obers zum Verfeinern



Den Safran in einem kleinen Topf trocken rösten, bis er gut duftet. Passen Sie aber auf, dass er nicht verbrennt. Wäre ja schade drum. Anschließend in einem kleinen Mörser oder auf einem Brett mit einem Messerrücken zu Pulver zerreiben. Die Milch in den Topf geben, aber ein paar Esslöffel davon in ein Glas abzwacken. Die Stärke mit der kalten Milch im Glas glatt rühren. Die Vanilleschote der Länge nach halbieren und das Mark mit einem Messer auskratzen. Sowohl das Mark, als auch die Schote, und den Zucker zur Milch im Topf geben. Die Milch langsam erhitzen. Je länger sie steht, umso besser, da sich das Aroma der Vanille besser entfalten kann. Bevor die Milch zu Kochen beginnt, geben Sie den Safran dazu und entfernen die Vanilleschote.
Dann rühren Sie mit einem Schneebesen ganz gschafftig die Stärke unter. Noch schnell die Eidotter dazu und dann mit dem Schneebesen, rühren, rühren und gar nicht mehr aufhören mit Rühren. Solange bis die Milch ordentlich aufkocht. Dabei ununterbrochen weiter rühren! Das wird Ihnen jetzt vielleicht komisch vorkommen, weil doch Eidotter enthalten sind. Die werden doch beim Aufkochen zu Eierspeis, gell? Das dachte ich auch, aber nein, tun sie nicht. Wenn Sie nur feste rühren. Nach dem Aufkochen das kalte Obers dazu geben um den Garprozesss zu stoppen. Scheint Ihnen Die Sauce noch zu dick, können Sie mehr Milch oder Obers dazu geben. Den Topf vom Herd nehmen und in einen kleinen Krug füllen, oder noch besser, gleich in den Teller zu den Buchteln leeren, bis er fast übergeht. Jawohl, so schmeckt's!



Andere Rezepte: Das Rezept für gefüllte Buchteln finden sie dort auf meiner Springlaneseite und auf meiner Facebookseite von Ziiikocht habe ich aufgrund des regen Interesses vor einigen Wochen eine Wuchtel-Buchtelparty ins Leben gerufen. Dort finden Sie eine ganze Menge Beiträge von Bloggern und anderen Foodies, die sich an der virtuellen Wuchtel-Buchtel-Party beteiligt haben und ganz fleißig, Rezepte und Fotos dort hochgeladen haben. Vielen Dank an alle fürs Mitmachen. Für mich ist die Buchtelsaison vorerst einmal beendet, denn ich habe für längere Zeit genug Buchteln gegessen, wünsche Ihnen jedoch viel Spaß beim Weiterbuchteln oder Wuchteln.


Recipe in English


Viennese Dukatenbuchteln - Baked Yeast Buns with Vanilla Sauce

Dukatenbuchteln are a typical Viennese variation of the Austrian 'Buchteln'. They are not filled and the dough is a little bit heavier, though it is made with more egg yolks, butter and sugar. The ideal size of the buns is the size of an egg and the surface has to be golden brown and shiny like a gold ducat. In Austria we mostly use fresh yeast and so we have to make a preferment which is called a 'Dampferl'. This way tastes much better than the preparation with dried yeast, but you have to be patient. So prepare the dough on a lazy sunday afternoon.

  • 300 g all-purpose flour
  • 150 ml of milk
  • 50 g sugar
  • 80 g butter
  • 1/2 cube of fresh yeast  (20 g)
  • 6 egg yolks
  • 1/2 tsp salt
  • grated rind of half a lemon
  • 50 extra Butter
  • little bit of icing sugar
Making the 'Dampferl': Heat three tablespoons of the milk in a small saucepan until luke warm! If the milk is too hot, the yeast dies, is it too cold nothing happens. Crumble the yeast into the milk and stir until it has dissolved. Then add a teaspoon of sugar and enough flour to create a smooth dough without lumps. Cover with a towel and let it rise double in volume in a warm place. This is called the 'Dampferl' now and you need it, when you use fresh yeast, which I would highly recommend.

Making the Egg milk: Heat the remaining milk in a saucepan. Again, just luke warm! Add the butter and let it melt. Dissolve the sugar in the milk. Then stir in the egg yolks and beat well by hand. The eggs and the milk must have the right temperature. Luke warm. This is the alpha and omega in yeast dough!

Beating the dough: Pour the flour into a large bowl and add the lukewarm egg milk, lemon zest, salt and the Dampferl. Knead the dough with a food processor if you have one. If not, beat it by hand until the dough bubbles and begins to withdraw from the edge of the bowl.
My grandma always did it this way: Sit down with the bowl between your legs, best is a 'Weitling' with a wide margin. With your left hand, hold the edge of the bowl and take a wooden spoon in your right hand, so that it points downward. Beat the dough by putting the spoon forward and lifting it. Then repeat this. The movement should describe a circle. The left hand rotates the bowl occasionally. It is important that the yeast dough is beaten well.

Rising the doug: Shape the dough with a wooden spoon into a ball, dust lightly with flour and cover with a clean towel. Let it rise in a warm place. Be patient! The volume should double at least. Punch  down and let it rise again. If you feel that the dough has risen enough, let rise for half an hour more.

Forming the Buchteln: Melt the remaining butter and prepare the 'Reindl'. I use a baking enamel pan with a diameter of 22 cm. Knead the dough well on a floured surface and then divide into three parts. Shape them into rolls and cut each with a knife into 10 pieces. You then have 30 small buns of dough in the size of a walnut. Maybe they seem to be a little bit small, but if you have done well, the buns will grow again.
Pull the buns on four corners, so that you create a smooth, round surface. Dip them into the melted butter and place them with the smooth side up in the Pan. In this way set one Buchtel after the other into the pan. Not too tight, because the buns will rise even more.

Rising again: Let the dumplings rise again in a warm place until the volume has doubled. Meanwhile preheat the oven to 150 degrees. Place the pan into the oven and bake about 25 minutes until they are golden brown. But heat and cooking time will depend on your oven. You must make sure that the temperature is initially not too strong. If the surface tans too quickly, it becomes too hard and the yeast can no longer do its job. The pastry can rise no more, and the yeast is trapped inside. The finished dumplings will taste 'yeasty'. Watch the baking process, but do not open the oven door! If they end up pale, you can increase the temperature during the last few minutes. Drizzle the hot buns with icing sugar.


Saffron-Vanilla Sauce
  • 1/2 liter of fresh whole milk
  • 1 tablespoon sugar - or even more, depending on your taste
  • 12 g of potato starch
  • 2 egg yolks
  • 1 vanilla pod - or vanilla paste
  • 1 small sachet saffron
  • 50 ml cream
Dry roast the saffron in a small pan until it smells nice. Beware, that it does not burn. Would be a pity. Then grind in a small mortar. Pour the milk into the pan, except a few tablespoons. Beat them in a glass together with the potato starch until smooth and put aside. Split the vanilla bean lengthwise and scrape the vanilla seeds with a knife. Add both, the seeds and the pods together with the sugar into the milk. Heat the milk slowly. The longer it is, the better, because the flavor of vanilla can develop. When the milk starts boiling, remove the vanilla bean and add the saffron. Then stir in the dissolved potatostarch with a whisk and quickly add in the egg yolks. Keep stiring all the time! Cook until the sauce comes to a full boil for about 3 minutes. Then add the cream to cool down the vanilla sauce. If it seems too thick now, you can add some more milk or cream to it. Remove the pan from the heat and pour into a small jug to serve, or even better, immediately in your plate with the buns. Yes, that's flavor!



My instagrams of the week

Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii


Kommentare:

  1. Buchteln.....eine meiner Leibspeisen! Da jetzt noch Mohnzucker dazu und ich steh vor Deiner Tür!

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  2. Tolle Geschichte (der arme Herr Ziii), aber du hast den Nichtwienern nicht erklärt, was ein Koffer ist ;-)

    Wuchteln mit V-Sauce möchte ich schon lang wieder einmal machen, ich kaufe deshalb oft frische Germ (ist mir auch lieber) und mach dann was ganz anderes. Bei meinem Rezept von der Oma kommt ein bissl mehr Zucker in den Teig und eine Prise Muskat, lg

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  3. Bei mir sind es auch die Wuchteln. Als Kinder haben wir es immer so gesagt und es ist geblieben. Super Rezept, ich werde es gleich mal ausprobieren.

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  4. Mein Lieblingsfoto hier ist der "Nachttopf" auf der Fensterbank ...
    und außerdem überlege ich gerade, ob mein Monsieur nicht vielleicht Wiener (statt Saarländer, wie immer angenommen) ist ;-)

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  5. KÖÖÖSTLICH!! die Geschichte, die Fotos und der Hr. ZIII!
    nein er ist kein Koffer,schon gar kein voller!
    ich kann die Wuchtl hören und riechen! wie wird sie erst schmecken? HMMMM! aber das ist eine andere Geschichte! Herzliche Grüsse aus Oberösterreich!!

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  6. pimpimella, mit Mohnzucker habe ich es noch nie probiert. Kenne ich bisher nur von den Germknödeln

    Friederike, Muskat ist auch keine schlechte Idee und das mit dem Koffer hol ich jetzt nach. Also bitte, ein Koffer ist ein Depp!

    Tanja, Hauptsache die Leut' verstehen, was gemeint ist, gell?!

    Bonjour Alsace, Nachtopf...pf... das ist ein Weitling und kein Nachttopf! Ist in Österreich ein klassisches Küchenutensil vor Einführung der Plastikschüsseln. Da wurde Teig geknetet, Salat gewaschen, Kraut eingesalzen... und was den Monsieur betrifft... sagt er leicht Wuchtel zum Fußball?

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  7. Mein Mann ist auch Wiener...was den Sport angeht!!
    Ich bin auch Wienerin... was die Buchteln angeht...meiner Mama sei Dank :)

    Dieses CAPTCHA macht mich ganz meschugge...

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  8. Wunderbare Geschichte, geniales Rezept....aber was ist ein gerolltes L ?

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  9. Ja, ich weiß, die Sicherheitsfrage ist urmühsam, aber wenn ich sie weggebe werdet ihr alle zugespamt. Ich habe es schon probiert.
    Für alternative Vorschläge bin ich aber total offen!

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  10. Herrlich Dukatennudeln, wie aus meinen Kindertagen. Aber wenn schon Wienerisch, dann auch die Vanillesauce. Die hieß früher in Wien nämlich Kanarimilch. lG S.

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  11. Jetzt hab ich noch was vergessen...bei der Hefe bin ich ja ganz anderer Meinung...schockgefrostetes Sperma macht doch auch süße Buzzies ;)

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  12. magentratzerl, leg die Zungenspitze auf den Gaumen, sodass sie bei den vorderen Zähnen anstösst. Dann rolle sie nach hinten ein und versuch so ein L zu sagen. Wenn Du das geschafft hast, kannst Du Dich steigern und versuchen das Wort 'Meidling zu sagen. Dann probiere es mit Leben, Liebe und Leidenschaft. Das können nur die echten Wiener!

    Sybille, also, was die Buzzis angeht hast Du wohl recht...

    Sanne, die Kanariemilch ist doch die Variante ohne Stärke, ein bisserl dünner wie Vanillesauce und intensiver gelb, weil mehr Eidotter drin sind. Zumindest hat mir einer das mal so beigebracht... aber so gelb, wie die Vanillesauce mit Safran ist, geht sie glatt als Kanariemilch durch.

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  13. Passt nicht ganz zu Dukatenbuchteln, ist aber eine nette Geschichte: "Im Biedermeier hat ein Wiener Wirt namens M. Nebenhey "Ternobuchteln" verkauft, das waren Buchteln, in die ein Nummernzettel für die Lotterie (Terno) mit eingebacken war. Sie wurden am Agnestag (21-06) und am Tag Johanna Enthauptung (29-08) beim Agesbründl auf dem Hermannskogel an Pilger und Wallfahrer verkauft."
    lG S.

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  14. Frau Ziii, dieser Blog ist in jeder Hinsicht köstlich! Ein großes Kompliment!
    Wuchteln wurden von meiner mühlviertler Oma auf Wunsch der Enkelkinderschar nur so zubereitet: über die frisch gebackenen Wuchteln goss sie viel heiße, (vanille-) gezuckerte Milch, Rum war manchmal auch dabei ;-) noch in der Rein soffen sich die Wuchteln voll – und herrlich schwabbelige "warme Hiasln" bekamen wir aufs Teller …
    Herzlich, Gina

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  15. Einfach nur WOW! Da könnte ich mich jetzt dran überfressen.

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  16. HERRLICH wie immer !
    You made my day .. ich hab mich köstlichst amüsiert über die Mannsbild - Geschichte .
    Liest der Herr Ziii eigentlich auch mit ?
    Auf die Gefahr hin dass er nun, nachdem es ein großer Teil der Bloggemeinschaft weiß, wieder monate vom Profifußballtraining aussetzen muss :)

    Schick Ihnen liebe Grüße Frau ziii
    Melanie

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  17. Einfach eine Wucht dieser Wuchtel-Buchtel-Beitrag! Liebe Frau Zii, großes Kompliment von einer Mutter, deren Kind sich mit jeder Faser seines Herzens dem Fußball verschrieben hat - und die Tränen gelacht hat und dem Fußballkindpapa dann ganze Absätze vorlesen musste, weil sie es so genial fand :-)
    Lieben Gruß von Irmi E.

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  18. Ich liebe Buchteln. Mit Pflaumenmus.
    Danke für die Erinnerung!
    LG
    Oona

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  19. Gerade habe ich dich bei *Springlane* entdeckt! Ich muß dir schmeicheln - sehr runder, gefälliger Auftritt!

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  20. Mein Teig wurde viiiel zu flüssig, als ich die Eiermilch dazugegeben hab - ich musste nochmal so viel Mehl hinterher kippen und dann hab ich vorsichtshalber auch noch die restliche Hefe dazugetan. Dem Küchenchaos zum Trotz wurden sie aber ziemlich leckerschmecker :)

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  21. Lenhof, der Teig ist beim Zugeben der Eiermilch tatsächlich sehr flüssig. Kneten kann man den nicht. Wenn Du ihn jedoch mit dem Kochlöffel ordentlich bearbeitest, sollte letztendlich aber ein homogener Teigknödel entstehen, sehr weich zwar, aber trotzdem gut zu verarbeiten. Es braucht allerdings ein bisserl Zeit. Und beim Formen der Buchteln braucht man eine gut bemehlte Arbeitsfläche, sonst bleibt der Teig leicht kleben. Da er aber eben nicht so fest ist, wie sonst oft bei Germteig üblich, werden die Buchteln besonders flauschig. Jedenfalls bin ich sehr froh, dass es am Ende doch noch gelungen ist. Lieben Gruß von Frau Ziii

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  22. Oh Gott!
    Ich hab grad deinen Blog gefunden...österreichische Rezepte...das erinnert an zu Hause und Oma und so vieles mehr!!!
    Gerade die Buchteln....ich durfte immer den Teig schlagen....wie für den Rheinling auch! Eine mordsarbeit für einen Zwerg, der ich damals war! Aber ich habe den Duft noch in der Nase!
    Danke für die Erinnerungen....
    Werde mich mal heimlich einklincken!

    Liebe Grüße

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